Der Houjicha Morimoto lässt sich mit denselben Worten beschreiben wie der Teegarten der Morimotos, den die beiden seit 1996 komplett ökologisch bewirtschaften: naturverbunden, selbstbewusst, individuell und zugleich elegant. Äußerlich präsentiert sich der Tee mit seinen großen Blättern und seiner kräftigen Struktur recht rau, obgleich nicht ungeordnet. Die Besonderheit liegt genau in dieser groben Struktur: Die Ästchen, die sich wie zufällig zwischen die Blätter mischen, nehmen beim Röstungsprozess die Hitze auf, wodurch die Blätter weniger stark erhitzt werden als bei gewöhnlichem Houjicha. Eben hierdurch erhält dieser Houjicha seine leicht karamellige Note, die sich mit Nuancen kombiniert, die zwischem dem Grün des ungerösteten Bancha und dem röstigen Aroma von alltäglichem Houjicha liegen. Ein Tee, der überrascht und begeistert und der - auch - gut nach dem Essen schmeckt.
Zubereitungsempfehlung:
Menge: 6g (2 Teelöffel)/0,25l,
Ziehzeit: 1,5 Minuten, Wassertemperatur: ca. 80°C
Hier noch einige Informationen über die Morimotos:
Der Bio-Teegarten der Familie Morimoto befindet sich auf der südlichsten der vier Hauptinseln Japans, umweit der Stadt Miyazaki, in der gleichnamigen Präfektur.
Die Geschichte des Morimoto-Grüntees begann, als das junge Paar vor etwa vierzig Jahren mit einem einzigen kleinen Teegartenstück einen winzigen Betrieb gründeten. Während sich die beiden Morimotos über die Jahre hinweg zu einem perfekten Team entwickelten, wuchs mit ihrer Erfahrung im Teeanbau zugleich auch die Größe des Betriebs immer weiter. Mittlerweile bewirtschaften die beiden insgesamt zwölf Teefelder und haben ihre eigene Produktionsanlage, die sie fast ausschließlich zu zweit betreiben. Während der Erntephase helfen manchmal Freunde oder auch die beiden Töchter in der Verarbeitung mit.
Eine der vielen Besonderheiten der Morimotos ist, dass sie insgesamt sechs verschiedene Tee-Strauchsorten kultivieren, darunter die Grüntee-Strauchsorten Yabukita, Sae-Midori, Kanaya-Midori, Okumidori, und zusätzlich die Assamica-Hybride Benifuki. Die vielen verschiedenen Strauchsorten, und neuerdings auch noch eine Züchtung, die möglicherwiese in einigen Jahren die Grundlage für den ersten Tee einer ganz neuen Art sein wird, sind natürlich ganz wesentlich dafür da, dass durch das Mischen der Blätter verschiedener Strauchsorten verschiedene geschmackliche Abstufungen des letztendlichen Grüntees möglich sind.
Darüber hinaus stellen die vielen Teestrauch-Sorten aber auch ein für die Morimotos sehr kennzeichnendes Konzept dar: Verschiedene Strauch-Sorten haben neben ihren geschmacklichen Merkmalen auch unterschiedliche Eigenschaften, wie sie auf das Klima und auf Schädlinge reagieren. Leidet aus irgendeinem Grund in einem Jahr eine Strauchsorte besonders, so bedeutet dies nicht gleich einen Ausfall der Ernte auf den anderen Abschnitten des Tee-Projekts der Morimotos, auf denen andere Teesträucher stehen. Die vielen Strauch-Sorten sind also auch ein Symbol für die Vorliebe der Morimotos für Diversität.
Dass sich die Morimotos Gedanken um solche Fragen machen, ist für japanische "Bio-Landwirte" nicht unüblich. Schließlich produzieren sie nicht deshalb "Bio", weil sie sich dadurch höhere Gewinne oder bessere Marktchancen erhoffen, sondern weil sie es als wertvolles Ziel ansehen, natürlichen Tee in einer von ökologischem Gleichgewicht geprägten Umgebung anzubauen.
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